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15 min Lesezeit

Was der Stress im Alltag mit dir als Mama macht

von | 1.11.19 | Mama-Wissen

    Stehst du in deinem Alltag als Mama unter Druck?

    Besteht dein Mama-Alltag aus einer einzigen endlosen ToDo-Liste?

    Funktionierst du so irgendwie und reagierst einfach auf alles was passiert?

    Ich bin momentan häufig gestresst und stehe unter Druck. Und ich weiss, dass es vielen Mamas so geht und es leider viele als normal empfinden. 

    Das paradoxe daran ist ja, dass du dich im Moment womöglich als Opfer der Umstände fühlst und gleichzeitig nur selbst etwas verändern kannst…

    Wenn du dich als Opfer der Umstände fühlst, dann denkst / sagst du solche – oder ähnliche – Rechtfertigungen wie: 

    “Ich muss halt um 8 in der Arbeit sein, also müssen die Kinder auch um 7:30 aus dem Haus sein” 

    oder 

    “Ist doch klar, dass ich gestresst bin, wenn ich nach der Arbeit erstmal einkaufen muss und dann den Haushalt erledigen und für die Kinder da sein.”.

    Warum fühlst du dich gestresst?

    Vermutlich ist dein Tagesplan extrem vollgestopft mit Terminen und Aufgaben. Du hast andauernd das Gefühl funktionieren zu müssen und es bildet sich ( je nachdem, wie stark du psychisch diese Aufgaben- / Terminflut als Druck wahrnimmst, das ist sehr individuell) in dir eine grosse Menge Cortisol (Stresshormon). Dein Körper arbeitet auf hochtouren, um der auslösenden Ursache, dem Stressor, irgendwie zu “entkommen”. 

    Das kommt noch aus sehr viel früheren Zeiten, als wir noch mit wilden Tieren konfrontiert waren und noch nicht in schönen, sicheren Häusern gelebt haben. Heutzutage macht unsere “übertriebene” Stressreaktion körperlich nicht mehr viel Sinn, war sie doch dazu da kurzfristig richtig viel Energie für einen Kampf oder eine Flucht bereit zu stellen. 

    Und genau das ist es auch, was viele von uns tun: jeden Tag zum Kampf machen oder sobald wie möglich flüchten – und weil das körperlich bei uns Mamas schlecht geht (wir haben ja meist Kinder zu beaufsichtigen) flüchten dann viele in übermässigen Handy- oder Fernsehkonsum, Alkohol, übertriebenen Fitness- / Sportwahn oder andere Ablenkungen.

    Was Dauerstress mit deinem Körper macht

    Durch die Daueranspannung wird dein natürlicher Hormonstoffwechsel gestört. Zudem steigt dein Blutdruck und viele Organe werden nicht mehr richtig durchblutet und damit auch nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. 

    Stress ist häufig die Ursache für Verspannungen und so hängen beispielsweise Rückenschmerzen direkt oder indirekt mit einer starken permanenten Anspannung zusammen. Diese Verspannungen im Rücken können auch Kopfschmerzen auslösen. Ebenfalls mit Stress in Verbindung gebracht werden Migräneschübe.

    Was Dauerstress mit deiner Psyche macht

    Du versuchst möglicherweise – falls du gerade im Kampfmodus agierst – dem Stress mit noch mehr Leistung zu begegnen. Allerdings gerätst du dadurch in einen Teufelskreis, da du dir selbst so noch mehr Druck machst anstatt dir etwas davon zu nehmen. 

    Verursacht durch die immer unrealistischeren eigenen Leistungserwartungen häufen sich auch die eigenen Misserfolge: Enttäuschung, Frust und das Gefühl, es einfach nicht zu schaffen, sind die natürliche Folge davon. 

    Auf Dauer erhöht sich dadurch die Chance in negative Denkmuster und Gedankenspiralen zu verfallen. Und das wiederum begünstigt das Auftreten von Depressionen.

    Wie sich der Dauerstress auf dein Familienleben auswirkt

    Auch sozial hat Dauerstress natürlich Folgen. Vielleicht merkst du schon, dass du dich von Freunden etwas distanziert hast, weil dir alles zu viel wird (dann ist vermutlich dein grösster Stressor ausserhalb deines Familienalltags zu finden) – oder du flüchtest wann immer möglich nur noch raus aus der Familie (dann ist vermutlich dein grösster Stressor in deinem Familienalltag zu finden). 

    Insgesamt verändert sich auch deine Kommunikation. Du merkst es vielleicht daran, dass dir die Geduld fehlt und du dir mehr Gelassenheit wünschst. Du bist schneller gereizt, reagierst empfindlicher auf Lärm und Streit und wirst schneller laut. Da uns Kinder ja gerne spiegeln in unserem Verhalten ist es gut möglich, dass es häufiger zu Konflikten oder zu heftigeren Konflikten bei euch zuhause kommt.

    Wie du dir selbst helfen kannst – und auf was du lieber verzichten solltest

    Der Stress erzeugt wie oben schon geschrieben Cortisol. Das ist völlig ok, wenn du dir TÄGLICH Ruhepausen und Regenerationsphasen GÖNNST. 

    Oft höre ich allerdings, das genau das nicht drin liegt im Spannungsfeld zwischen Arbeit, Kindern, Haushalt, Partner und sonstigen Verpflichtungen – es ist einfach zu viel unter einen Hut zu bringen für dich… 

    Was dir nicht hilft:

    • Medienkonsum (Handy, Fernsehen, Computer)
    • Alkohol
    • übertriebener Sport- / Fitnesswahn
    • so oft wie möglich Abends weg von zuhause
    • Flucht / Ablenkung in jeglicher Art – nach innen oder aussen

    Was dir stattdessen helfen kann:

    1. Akzeptiere, dass du gerade gestresst bist und so richtig unter Druck stehst. Annehmen ist hier das Zauberwort.

    2. Achte bewusst darauf, wo du in deinem Körper überall die Anspannung wahr nimmst.

    3. Sag Termine ab oder verschiebe sie. Entzerre deinen/euren Alltagsplan!

    4. Gönne dir Entspannung und Erholung! Lies ein Buch, geh spazieren, liege auf dem Sofa oder Bett, gehe in Yoga / Pilates / Tai Chi / Qi Gong oder was es sonst noch entspannendes an Sport gibt, meditiere wenn du das magst…. WICHTIG: all das KANNST du machen, MUSST du aber nicht. Wenn du stressmässig schon kurz vor 12 unterwegs bist, dann magst du vielleicht nur in deinem Bett liegen und schlafen: mache das doch einfach, wann immer du Zeit findest (schlafen kommt vor Haushalt und anderen Terminen, die verschoben werden können).

    5. Lache! Bringe deine Kinder zum lachen, lacht gemeinsam. Macht ordentlich Quatsch, schneidet Grimassen oder lest lustige Bücher. Lachen ist das beste Mittel gegen Stress, weil es am schnellsten auf verschiedensten Ebenen gegen die Anspannung wirkt.

    Ja es ist tatsächlich genauso wie ich zu Beginn geschrieben habe: nur du kannst etwas gegen den Stress und Druck in deinem Leben tun. Du hast es in der Hand und gleichzeitig eben auch die Verantwortung dafür, etwas zu verändern.

    Was tun, wenn meine Tipps dir nicht genug helfen?

    Ich weiss was für ein Spagat es an vielen Tagen im Mama-Alltag ist (besonders auch mit kleinen Kindern und Babys). Manchmal weisst du nicht, wo dir der Kopf steht und du wünschst dir einfach nur Ruhe… Vielleicht bist du gerade auch so unter Druck, dass dich meine Tipps überfordern. Vielleicht ist es für dich auch eine neue Erkenntnis, dass du so unter Druck stehst und gestresst bist. 

    Lass uns zusammen sprechen, wenn dir alles zu viel ist. Dann kannst du mal deinen grössten Druck rauslassen, ich höre zu, gebe dir Tipps und wir schauen gemeinsam, ob und wie ich dich in Zukunft noch unterstützen kann. 

    Selbstverständlich ist für mich IMMER vollständige Vertraulichkeit – egal, ob wir miteinander sprechen oder schreiben. 

    Was stresst dich am meisten in deinem Mama-Alltag?

    Alles Liebe,

               deine Anna

    Anna Binic

    Anna Binic

    Ich bin leidenschaftliche Mama-Kind-Beziehungs-Versteherin und genau deswegen auch begeistert Mama Coach.

    Mit meinem Blog möchte ich dir als Mama dabei helfen, mehr über kindliche Entwicklung aus einer aktuellen psychologichen Perspektive zu erfahren und neue Lösungswege für deine Herausforderungen im Familienalltag zu erkennen. 

    Ich wünsche mir, dass jede Mama ihren Alltag intuitiver, empathischer und bewusster lebt und so ihren ganz eigenen Weg der intuitiv-liebevollen Begleitung mit ihren Kindern geht ❤️

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